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Jahrgang
Volumen in ml
2023  /  750 ml

Farbe:
Ein dichtes, dunkles Purpur mit satten violetten Reflexen und kompakter, nahezu undurchdringlicher Erscheinung.

Nase:
Die 2023er Cuvée aus Merlot und Cabernet Franc zeigt sich bereits erstaunlich erwachsen und tiefgründig. Trotz ihrer Jugend steht nicht die Primärfrucht im Vordergrund, sondern eine dunkle, satte und beinahe erdige Aromatik. Rote Bete bildet dabei das zentrale Motiv und zieht sich mit ihrer erdigen, leicht süßlichen Tiefe durch das gesamte Duftbild. Darum gruppieren sich Brombeere, Süßkirsche, Maulbeere, Feige, Schattenmorelle und Cassis, allerdings weniger als einzelne, leuchtende Fruchtaromen, sondern vielmehr zu einer dunklen, reifen Einheit verschmolzen. Der Ausbau in Zement und Terrakotta scheint diese ungeschminkte Frucht zusätzlich zu unterstützen und gibt dem Wein eine sehr eigenständige, unmittelbare Trinkigkeit. Olive, Lakritz und Rosmarin führen in eine mediterrane Würze, begleitet von Pfeffer und einer erdigen Note von Unterholz. Assoziationen an Pinienhaine, dunkle Wälder und Tannenzapfen verleihen zusätzliche Tiefe. Immer wieder kehrt die Rote Bete zurück und verbindet Frucht, Erde und Würze miteinander. Dahinter findet sich etwas Fleischiges und Herzhaftes. Bei aller Konzentration besitzt die Nase jedoch eine bemerkenswerte Geschmeidigkeit: Seide in Reinform, dunkel, reif und großzügig, aber niemals schwerfällig.

Gaumen:
Geschliffen und klar setzt sich diese Stilistik am Gaumen fort. Der Altrovino besitzt Druck und Kraft und geht durchaus in die Breite, bleibt dabei jedoch von dieser eigentümlich seidigen, beinahe grafitartigen Textur umhüllt. Sie vermittelt einen kühlenden Eindruck, ohne dass der Wein tatsächlich kühl wirkt: Im Kern ist er warm, reif und konzentriert, darüber liegt jedoch ein feiner Mantel aus glatter, kühler Seide. Die dunkle Beerenfrucht kommt nun wieder stärker hervor, begleitet von Roter Bete, Pfeffer, Wacholder, Rosmarin und Olive. Besonders die erdige Rote Bete bleibt prägend, wird aber durch die geschmeidige Textur vollständig eingefangen und beinahe poliert. Die Säure ist moderat und harmonisch integriert, das Tannin erstaunlich fein, zart und eher schmelzend als packend. Dadurch entsteht trotz Kraft und Reife keinerlei Härte. Alles ist rund, glatt und großzügig, dabei erstaunlich trinkfreudig. Kein Wein, der über Struktur oder Widerstand imponieren möchte, sondern einer, der seine mediterrane Reife und Konzentration über Seidigkeit, Wärme und dunkle Erdigkeit transportiert. Ebenso hervorzuheben ist der Fakt, dass ein Wein seiner Herkunft und Rebsorten ohne aktiven Holzeinsatz ein solches Ergebnis erzielt.

Verkostet im September 2026

Author Marian Henß
Kurzvita Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Im Ofen geröstete Rote Bete mit roten Zwiebeln und Linsen
Pappardelle mit langsam geschmortem Wildschwein-Ragù
Gegrilltes Lammkotelett mit weißen Bohnen, geschmorter Tomate und Rosmarin

Author Marian Henß
Kurzvita Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Duemani

Luca D‘Attoma gehört zu den ganz großen Stars der italienischen Weinszene. Als önologischer Berater vieler Betriebe in ganz Italien hat er sich einen exzellenten Ruf weit über das Land hinaus erworben. Seit der Jahrtausendwende bauen er und seine Partnerin Elena Celli im Örtchen Riparbella bei Bolgheri ihre eigenen Weine an. Wie in der Form eines Amphitheaters schmiegen sich die Rebberge in die Landschaft. Die Natur hat hier wie von Meisterhand drei unterschiedliche Lagen geformt. Ganz oben sind die Böden am nährstoffreichsten, wie geschaffen für Cabernet Franc. Am Fuße des sanften Hügels in der kleinsten Parzelle wächst Syrah auf steiniger, fast schon ausgedörrter Krume. Die Lage in der Mitte ist Merlot vorbehalten. Die Intensität und die Essenz der Weine von Duemani beweisen eindrucksvoll, dass dem biodynamischen Weinbau, die Zukunft bei den Topgewächsen gehört.

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