Farbe:
Kräftiges Rubinrot mit violetten Reflexen.
Nase:
Ob die berühmten 50 Shades oder die sachliche Kalibrierung der Kirsche – der 2025 Il Corzanello Rosso von Corzano e Paterno dekliniert das populäre Steinobst in breitem Panorama von hell zu dunkel, von sauer zu süß, von knackig zu vollreif. Dazu kommen die regionaltypischen Komplementäraromen nach Lorbeer, Macchia, etwas dunkler Schokolade und in manchen Fällen etwas dunkler Schuhpolitur. Ein rundum anregender, ultragastronomischer Alltags-Toskaner mit leicht strukturierender Würze.
Mund:
Superfrisch im Antrunk mit satter, saftiger Frucht und markant dunkler Aromatik im Nachgang. Die vibrierende Säure spannt sich weit über den Gaumen und erhellt das facettenreiche Aromenspiel, das mit seiner distinktiven Kirschfrucht und herben Würze ein wenig an Mon Chéri erinnert: dunkle Schokolade, etwas Espresso-Crema, dazu die zartbitteren Gerbstoffe, die seinen rasanten Fluss wie Leitplanken channeln. Ein saftig-kerniger Schluck Toskana für jede sich bietende Gelegenheit.
Tasted in June 2026
Gebratene Auberginen mit kräftiger Tomatensauce und schwarzen Oliven
Thunfischsteak alla Cacciatore
Pappardelle mit Wildragout
Corzano e Paterno
Ende der sechziger Jahre konnte der Schweizer Architekt Wendel Gelpke von den Nachfahren einer Florentiner Adelsfamilie ein altes, verwahrlostes Landgut in der nördlichen Toskana erwerben, die Fattoria Corzano. Einige Jahre später kam das benachbarte Anwesen Paterno hinzu, welches auch mit viel Arbeit wieder hergerichtet wurde. Heute umfasst der Besitz 140 ha Land, wovon 18 ha mit Weinreben bestockt sind. Aljoscha Goldschmidt, der Neffe Wendelins, leitet das Weingut gemeinsam mit seiner Nichte Arianna mit Hingabe und einer wunderbaren Ruhe, die sich in seinen Weinen wiederfindet. Auf Corzano entstehen sehr elegante und weiche Weine, vom „normalen“ Chianti über den Riserva „Tre Borri“ bis hin zu einem extrem langlebigen Cuvée aus Sangiovese, Merlot und Cabernet – dem „Il Corzano“. Ein besonderes Augenmerk gilt aber auch dem Weißwein „Corzanello Bianco“.












