Farbe:
Helles, leuchtendes Strohgelb mit zart grünlichen Reflexen.
Nase:
Der Verdejo duftet intensiv, charmant und ausgesprochen leichtfüßig. Die Frucht bewegt sich zwischen gelben und grünen Akzenten und wirkt dabei stets hell und unbeschwert. Apfel und Birne treffen auf Cantaloupe-Melone und Quitte, dazu kommen ein Hauch Litschi und etwas unreife Mango. Die Frucht besitzt Präsenz, ohne laut oder überladen zu werden. Zarte Mandelnoten verbinden sich mit reichlich floralen Eindrücken von Apfel-, Orangen- und Mandelblüte. Dazu gesellt sich eine feine hefige Komponente, die an Hefezopf und helles Gebäck erinnert und dem Wein eine angenehm weiche, fast cremige Duftigkeit verleiht. Besonders spannend ist diese helle, saubere und beinahe seifige Aromatik, die an Lavendelseife erinnert und gemeinsam mit Zitronenthymian und einem Hauch Garrigue eine mediterrane Frische entstehen lässt. Alles bleibt dabei sehr fein gezeichnet: duftig, floral, fruchtig und mit einer ausgesprochen charmanten Leichtigkeit.
Gaumen:
Am Gaumen zeigt er sich klar, rein und beinahe kristallin. Die Struktur ist präzise und sauber, mit etwas Schmelz und Körper, ohne dadurch an Leichtigkeit zu verlieren. Vielmehr vermittelt der Wein ein ausgesprochen sommerliches Gefühl: pure Frucht, helle Aromatik und eine Präsenz, die sich gleichmäßig über den gesamten Gaumen verteilt. Die hefigen und floralen Eindrücke der Nase kehren zurück, begleitet von Assoziationen an Mürbeteig und Hefeteig. Dabei besitzt der Verdejo eine bemerkenswerte Eleganz und wirkt charmant und zugänglich. Auffällig ist seine moderate Säure, die er für seine Balance kaum zu benötigen scheint. Statt über Säurespannung definiert er sich über Klarheit, Frucht und seine geschmeidige Struktur. Der warme, reife und sonnige Charakter verleiht ihm Großzügigkeit, ohne ihn breit oder schwer erscheinen zu lassen – Fülle, ohne wirklich füllig zu sein. Gerade diese Verbindung aus reifer Frucht, wenig Säure, Präzision und Leichtigkeit ist eine der besonderen Leistungen dieses Weins.
Tasted in August 2026
Gegrillte Dorade mit Zitronenthymian, Kapern und jungen Kartoffeln
Burrata mit Cantaloupe-Melone, gerösteten Mandeln und etwas Basilikum
Hähnchen vom Grill mit frischen Kräutern und Zitronenbutter
Victoria Ordóñez
Kaum ein Name ist in der Weingegend von Malaga so bekannt wie Ordóñez. Der Vater und auch der Bruder sind bekannt durch Ihre Süssweine. Im Jahr 2004 hängte die studierte Medizinerin Victoria Ordóñez ihren konventionellen Job an den Nagel und arbeitete mit Alois Kracher zusammen im brüderlichen Weingut. Vor wenigen Jahren machte Sie sich zusammen mit Ihrem Sohn William Martin Ordóñez selbständig, mit dem Ziel längst vergessene trockene Weine zu machen. Ihre Weinberge in der Sierras de Málaga liegen zwischen 800m und 1000m Höhe im Naturschutzgebiet der Sierra de Tejeda. Maschinelle Bearbeitung ist streng verboten. Die Reben sind im Berg verstreut durchmischt mit Bäumen. Ein echter Mountain-Wein. Das Ergebnis sind exzellente trockene Weissweine mit niedrigem Alkohol und entsprechnder Tiefe.







