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Italy  •  Piemont
2024  /  750 ml

Farbe:

Leichtes Rostrot mit hellen Reflexen und einem transparent auslaufenden Rand

 

Nase:

Der Langhe Nebbiolo von Olek Bondonio zeigt sich in der Nase als nahezu archetypischer Vertreter seiner Rebsorte, allerdings in einer besonders feinen, kühlen und präzisen Interpretation. Die Frucht wirkt zurückhaltend und elegant zugleich. Pflaume, Hagebutte, Holunderbeere und Sauerkirsche bilden das Fundament, ohne jemals in den Vordergrund zu drängen. Vielmehr dienen sie als Träger für die eigentliche Persönlichkeit des Weins.

Diese liegt in seiner ausgeprägten Würze und seiner erdigen Tiefe. Schwarzer Pfeffer, Wacholder und Lakritz verleihen ihm eine dunkle, balsamische Dimension. Dazu gesellen sich Leder, Unterholz und trockenes Geäst, die unmittelbar an die Hügel des Piemont erinnern. Besonders faszinierend ist die ätherische Komponente, die an Tannennadeln, Tannenzapfen und lichte Kiefernwälder denken lässt. Dahinter zeigen sich steinige, fast felsige Nuancen sowie ein feiner Rauchton, der von einem Hauch geröstetem Kaffee begleitet wird.

Die Nase besitzt dabei nichts Lautes oder Opulentes. Vielmehr lebt sie von ihrer Klarheit, ihrer Herkunft und ihrer beeindruckenden Balance zwischen Frucht, Würze und Landschaft. Genau diese Transparenz macht sie so überzeugend.

 

Gaumen:

Am Gaumen bestätigt der Wein die Erwartungen der Nase und präsentiert sich als Nebbiolo in seiner schlanken, rassigen und ausgesprochen trinkfreudigen Form. Die charakteristischen Tannine sind präsent und geben dem Wein Struktur, wirken jedoch niemals hart oder dominant. Stattdessen sorgen sie für Grip, Kontur und die typische Spannung, die große Nebbiolo-Weine auszeichnet.

Die Frucht tritt nun deutlich in den Hintergrund und macht Platz für die würzigen, erdigen und dunklen Facetten des Weins. Pfeffer, Wacholder, Unterholz und die balsamischen Anklänge bestimmen das Geschmacksbild und verleihen ihm Tiefe, ohne dabei Schwere zu erzeugen. Gerade hierin liegt die große Stärke dieses Weins: Er verbindet Charakter und Ernsthaftigkeit mit bemerkenswerter Leichtigkeit.

Die Säure sorgt permanent für Frische und Trinkanimation. Der Wein wirkt saftig, lebendig und nahezu schwerelos. Mit jedem Schluck entsteht sofort der Wunsch nach dem nächsten. Im Nachhall zeigt er sich hell, klar und geradezu mundwässernd. Die Tannine lösen sich langsam auf, während die würzige Mineralität lange präsent bleibt.

Ein Nebbiolo, der weniger über Kraft als über Finesse, Energie und Trinkfluss überzeugt. Elegant, präzise und ausgesprochen charaktervoll.

Tasted in May 2026

Author Marian Henß
Author info Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Kalbstatar mit Kapern, eingelegten Schalotten und etwas Haselnussöl

Gebratene Wachtel mit lauwarmem Linsensalat, Kräutern und geröstetem Gemüse

Tagliolini mit Waldpilzen, etwas Salbei und jungem Pecorino

Author Marian Henß
Author info Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Olek Bondonio

Olek Bondonios Weg zu einem der besten Winzer des Piemont war nicht in Stein gemeißelt. Zwar besaß die Familie bereits einige hervorragende Parzellen in Barbaresco, aber sie füllten keine eigenen Weine ab, und Olek interessierte sich mehr für Surfbretter, Skateboards und Snowboards, auf denen er es zur Meisterschaft brachte. Als er Anfang der 2000er Jahre die Weinberge seines Großvaters erbte, beschloss er, Wein zu machen, was ihm sein Vater nicht zutraute. Olek hat ihm bewiesen, dass er es kann. Seit 2005 produziert er charakterstarke Weine wie den Barbaresco Roncagliette und Starderi, Weine aus Barbera, Dolcetto, Grignolino und Pelaverga Piccolo. Alle werden aufwendig biologisch im Weinberg und minimalinvasiv im Keller produziert. Olek gelingt es, seinen Weinen gleichzeitig Eleganz, Tiefe und eine unbändige Frische mit einer beeindruckenden Säurestruktur zu verleihen. Die Weine sprechen schon früh an, haben aber ein hohes Reifepotenzial.