Farbe:
Leuchtendes, blasses Strohgelb mit zarten grünlichen Reflexen
Nase:
Der Grillo präsentiert sich ausgesprochen zurückhaltend und schüchtern, verlangt Aufmerksamkeit und etwas Geduld. Zunächst zeigen sich feine Noten von frisch geschnittener Walnuss, Mandel und Macadamia, die dem Wein eine dezente nussige Tiefe verleihen. Dahinter folgen vorsichtige Fruchtanklänge von Litschi, gelber Birne, weißem Pfirsich und Honigmelone, alles jedoch in sehr feiner Dosierung und fernab jeder opulenten Fruchtigkeit. Die erst kürzlich erfolgte Füllung macht sich durch einen dezenten Schleier von Hefe bemerkbar. Mit etwas Luft treten zarte Kräuternoten von Petersilie und Zitronenthymian sowie florale Nuancen von Jasmin und Margerite hervor. Insgesamt wirkt die Nase äußerst präzise, fein gezeichnet und von bemerkenswerter Zurückhaltung geprägt.
Gaumen:
Am Gaumen zeigt sich der Wein geradlinig, straff und kompromisslos trocken. Die moderate Säure wird von einer feinen, sehr angenehm eingebundenen Phenolik begleitet, die für Griffigkeit sorgt und den Mundraum regelrecht auskleidet. Genau diese haptische Komponente verleiht dem Wein seinen besonderen Reiz: Die leichte Austrocknung am Gaumen erzeugt Trinkfluss und animiert unmittelbar zum nächsten Schluck. Die Frucht tritt hier etwas deutlicher hervor als in der Nase und wird von der klaren, hellen Aromatik hervorragend getragen. Der Wein verzichtet vollständig auf cremige, schmelzige oder gar üppige Elemente und setzt stattdessen auf Präzision, Klarheit und Struktur. Im Nachhall bleiben feine Bitterstoffe, die nussigen Nuancen sowie die brillante, kerzengerade Stilistik lange präsent. Ein ausgesprochen gastronomischer Wein, dessen Stärke weniger in aromatischer Lautstärke als in seiner Klarheit, Frische und Speisenaffinität liegt.
Tasted in June 2026
Spaghetti alle Vongole mit viel Petersilie, Knoblauch und einem Hauch Zitronenzeste
Frische Austern mit Zitronensaft und einem feinen Schalotten-Vinaigrette-Dressing
Gedämpfte Miesmuscheln in Weißwein mit Fenchel, Kräutern und etwas Olivenöl
Case Alte
Im hügeligen Hinterland Palermos liegt das Familienweingut Azienda Agricola Case Alte di Giuseppe Vaccaro. Der stolze Landwirt Giuseppe Vaccaro erkannte in den 1950er Jahren die exzellenten Bedingungen seiner Farm für den Weinbau und pflanzte Catarratto und Nerello Mascalese. Ermutigt durch die stetig steigende Nachfrage kaufte Giuseppe ein Haus in der Contrada Macellarotto - die Azienda Agricola Case Alte war gegründet. Er pflanzte mit seinem Sohn Calogero neue Rebanlagen und setzte vorausschauend auf autochthones Rebmaterial wie Catarratto, Grillo, Nero d’Avola sowie auf Syrah. Die Flächen wurden von Anbeginn an aus Respekt vor den Böden nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet und haben nie Kunstdünger, Pestizide oder Herbizide gesehen. Im Jahr 2010 wurde das Weingut komplett neu gebaut um allen Anforderungen des biologischen Weinbau zu genügen. Der Betrieb wird heute in dritter Generation von Giuseppe Vaccaro geführt.






