Farbe
Dunkles Purpur mit violetten Reflexen und nahezu schwarzem Kern
Nase
Der 2020er Côteaux de Tupin startet geradezu explosiv und wirkt in seiner Jugend zunächst fast überbordend. Cassis, Brombeere, Schwarzkirsche, Holunder und Feige treffen auf Veilchenpastillen, Flieder und eine dunkle Würze. Dazu kommen Oliventapenade, schwarzer Pfeffer, Süßholz, Blutorange und etwas Tinte sowie feine Noten von Vanille und Nelke. Mit viel Luft und in einem großen Glas findet der Wein zunehmend zu sich: Die Opulenz tritt zurück, Gestein und kühle Würze gewinnen an Kontur, und aus der enormen aromatischen Fülle schält sich immer mehr Finesse heraus.
Mund
Am Gaumen zeigt sich die ganze Konzentration des Côteaux de Tupin, doch niemals wirkt sie schwer oder extrahiert. Dunkle Beeren, Schwarzkirsche und Olive verbinden sich mit einem saftigen, leicht süßlich wirkenden Fruchtkern, etwas Fleischigem, Tinte und violetter Würze. Das Tannin ist trocken, griffig und von mittlerer Körnung, während eine überraschend kühle Säure den mächtigen Körper durchzieht. Mit Luft gewinnt der Wein enorm an Präzision und legt seine steinige, pulsierende Mineralität frei. Ein großer, eigenwilliger Côte-Rôtie von beeindruckender Tiefe, Struktur und Länge, dessen derzeit noch enorme aromatische Intensität vor allem eines verlangt: Zeit.
Tasted in August 2026
Rehrücken mit schwarzer Johannisbeere, Wacholder und gerösteten Maronen (Wild)
Geschmorte Lammhaxe mit schwarzen Oliven, Rosmarin und Blutorange (Fleisch)
Aubergine aus der Glut mit Belugalinsen, schwarzem Knoblauch und geräuchertem Joghurt (vegetarisch)
Maison Stephan
Stephan startete 1991 mit drei Hektar in der Gemeinde Tupin. Er hatte das Glück, dass er damals einen Weinberg mit sehr alten Rebstöcken erwerben konnte. Einen zweiten Weinberg pflanzte er neu und vinifizierte 1994 seinen ersten Wein. Seine Weine unterschieden sich deutlich von denen der anderen Winzer an der Côte-Rôtie. Sein völlig eigener Stil hatte viel mit seiner Arbeit im Keller zu tun. Im Weinberg arbeitet er komplett von Hand, biologisch-organisch mit mechanischer Bodenpflege unter Verzicht auf jedwede chemische Mittel. Im Keller erfahren die Trauben, die nicht entrappt werden, eine 24-stündige Vorgärung, bevor sie spontan in einer macération carbonique bei kühlen 10° C über rund 20 Tage hinweg vergoren werden. Nach dem Ausbau der Weine wird lediglich bei der Füllung ein Minimum an Schwefel hinzugefügt. Die Weine werden weder geschönt noch filtriert.





















