Farbe:
Sattes, leuchtendes Goldgelb mit strahlender Brillanz und großer Ausdruckskraft im Glas.
Nase:
Der Embaixador 2023 präsentiert sich mit einer tiefgründigen, vielschichtigen Aromatik, die bereits im ersten Eindruck seine Ambitionen erkennen lässt. Die Frucht ist reif und gelb geprägt, ohne jemals laut zu wirken. Reifer Pfirsich, saftige Nektarine, Mandarine, Mirabelle und gelbe Pflaume bilden das Fundament, begleitet von reichlich Abrieb von Bergamotte und Grapefruit, die dem Wein eine feine herbe Frische verleihen. Nahtlos schließt sich daran seine maritime Herkunft an. Salz, Gischt, Austernschale und eine kühle, atlantische Brise verleihen ihm eine enorme Eigenständigkeit. Frische Kräuter wie Kerbel, Zitronengras, Minze und Zitronenmelisse unterstreichen die Präzision des Bouquets, während Salzzitrone den salzigen Charakter zusätzlich betont. Mit zunehmender Belüftung treten vegetabile Nuancen von Mais, Mairübchen und jungen Rüben hervor. Erbsensprossen, Kresse, Bohnenkraut und Majoran erweitern die kräuterige Komplexität und verleihen dem Wein eine beeindruckende Tiefe. Immer wieder kehren diese fein algigen, an Austern und Meeresgischt erinnernden Eindrücke zurück und machen die Nase zu einem außergewöhnlich spannenden Erlebnis.
Gaumen:
Am Gaumen bestätigt der Embaixador eindrucksvoll den hohen Anspruch, den seine Nase bereits ankündigt. Die gelbfruchtigen Anklänge treten zunächst noch kurz hervor, werden jedoch schnell von einer straffen, messerscharfen Struktur abgelöst. Salzzitrone, Grapefruitabrieb und feine herbe Zitrusnoten bilden gemeinsam mit einer ausgeprägten salzigen Mineralität das Rückgrat des Weins. Der steinige Charakter wirkt kühl, geradlinig und präzise, während feiner Hefeschmelz und Anklänge von kaltem Rauch zusätzliche Tiefe und Komplexität verleihen. Gerade dieses Zusammenspiel aus Hefe, Rauchigkeit, Salzigkeit und Mineralität wirkt nahezu perfekt ausbalanciert. Mit jedem Schluck rückt die Frucht weiter in den Hintergrund und macht Platz für Kräuter, salzige Spannung und eine außergewöhnlich klare Linienführung. Der Wein besitzt enorme Länge, bleibt dabei jedoch stets elegant, leichtfüßig und von beeindruckender Präzision. Ein Albariño von großer Klasse, der weniger über Frucht als vielmehr über Herkunft, Struktur und Textur überzeugt und zu den charakterstärksten Interpretationen der Rebsorte zählt.
Tasted in July 2026
Gegrillter Steinbutt mit Beurre blanc, Meeresalgen und jungen Kartoffeln.
Carpaccio von Jakobsmuscheln mit Salzzitrone, Fenchel und Kräuteröl.
Sanft confierter Kaisergranat mit einer Velouté von jungen Erbsen, Mairübchen und Zitronenverbene.
Attis Bodegas y Vinedos
Attis, das ist der neue Shooting Star aus Galicien. Der Familienbetrieb aus Meaño, einem kleinen Dorf an der Atlantikküste, hat eine einzigartige Lage. Die Weinberge liegen auf einer Höhe bis zu 400m. Das Mikroklima vor Ort ist im Sommer trocken, aber nicht zu heiß, während in den milden Wintern viel Nieder-schlag herrscht. Die Böden sind sandig und mit wenig Lehmanteil, was in dieser Gegend eher selten ist. Das verhindert Staunässe, und die Reben sind gezwungen, tief zu wurzeln - ideale Voraussetzungen also für äußerst mineralische und sehr frische Weine. Der sympathische Winzer Robustiano Fariña pflegt das Erbe und die Tradition der Weinbaukultur mit extremer Hingabe und Präzision. So ist Attis eines der ganz wenigen Weingüter, das alte, längst vergessene autochthone Rebsorten wie Caiño, Souson oder Espadeiro bewirtschaftet.













