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Cinque Campi
Das Weingut
Einer der führenden Protagonisten des Lambrusco-Revivals war und ist Vanni Nizzoli. Vanni stammt aus einer Familie von Bauern, die immer auch Traubenbauern waren und, wie das früher so üblich war, eine gemischte Landwirtschaft betrieben haben. Der Hof liegt etwas abseits mitten im Idyll Puianello di Quattro Castella, unweit der Stadt Reggio Emilia. Es war das Jahr 2003, als Vanni sich entschloss, alles auf eine Karte zu setzen und sich ganz auf die Erzeugung von Weinen zu spezialisieren, die alte Traditionen und Rebsorten aufgreifen. Seine Eltern hatten schon in den 1980er Jahren das Weingut mit dem Namen des ältesten Weinbergs Cinque Campi betitelt und erste eigene Abfüllungen an lokale Restaurants und Händler veräußert, aber Vanni wollte das Ganze noch einmal von Grund auf neu angehen. Entscheidend dafür war, dass er über sieben Hektar alte Weinberge mit alten Klonen und Rebsorten verfügte, die in seiner Familie nie mit systemischen Spritzmitteln traktiert worden waren. Also begann er mit der Zertifizierung zum biologischen Weingut und beschäftigte sich fortan mit den traditionellen Weinstilen der Emilia. Schnell erwarb er sich den Ruf, einen der charmantesten und authentischsten Lambrusco der Emilia zu erzeugen.
Auf einen Blick
- Vanni Nizzoli, Protagonist des Lambrusco-Revivals
- Alte Reben, nie systemisch gespritzt, bio
- Spergola, Malbo Gentile, Lambrusco Grasparossa
- Vin naturel: ohne Schwefel, Schönung, Filtration
Sand, Schluff und Kreide
Vannis Weinberge sind Cinque Campi und Le Marcone, die er von seinen Eltern übernommen hatte, sowie Botteghe und La Bora Lungha, die er hinzuerwerben konnte. Sie alle sind geprägt von einer Mischung aus Sand, Schluff und Ton mit meist hohen Kieselsäuregehalten in unterschiedlicher Gewichtung und in verschiedenen Ausrichtungen zur Sonne. »Der hohe Kieselsäuregehalt der sandigen Teile verleiht dem Wein Frische und Säure, einen fast skelettartigen Charakter, den ich als Knochen des Weins bezeichne. Der Kreideuntergrund ergänzt das mit etwas Kraft und Mineralität«, beschreibt Vanni den Einfluss seiner Böden auf den Wein. Dort stehen die traditionellen Sorten Malbo Gentile und Spergola sowie Lambrusco Grasparossa, aber auch Trebbiano dell’Emiglia, Marzemino, Cabernet Sauvignon, Muscat und Carmenère. Was im Weinberg mit biologischer und teils biodynamischer Wirtschaftsweise seinen Anfang nimmt, wird im Keller konsequent weitergeführt.

VINATUREL
Wenn es in der Emilia-Romagna irgendwo vin naturel gibt, dann hier.

Vin naturel aus Tradition
Wenn es in der Emilia-Romagna irgendwo vin naturel gibt, dann hier. Dabei war das kein Dogma, sondern es resultierte bei Vanni Nizzoli aus der Idee, nach alter Tradition zu arbeiten. Das hieß für ihn: Spontanvergärung ohne jedwede Zusätze, keine Schönung, keine Filtration, kein Schwefel, kein biologischer Säureabbau und auch keine Dosage. Sogar die zweite Gärung begann er ohne Zusätze und nur mithilfe eines gekühlten Mostes aus eigenen Trauben, wobei die zugegebene Menge den endgültigen Druck in der Flasche bestimmt. Bei weniger Most wird es ein Frizzante, bei mehr Most ein Spumante. Das Rütteln und Degorgieren der rund 11.000 Flaschen, die auf Cinque Campi jährlich erzeugt werden, übernehmen Vanni, sein Vater und sein Sohn selbst.
Sortiment ·
Die Weine von Cinque Campi
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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