Farbe:
Ein helles Strohgelb mit zartgoldenen, leicht untergrünen, schimmernden Reflexen.
Nase:
Verspielt, jugendlich und leichtfüßig zeigt das Kabinett eine filigrane, helle Rieslingfrucht: weißer Pfirsich, saftige Birne, Limetten- und Zitronenabrieb, herbe Zitronenzeste sowie ein Hauch frisch geschnittener Ananas. Zitrisch-herbe Kräuter wie Weizengras, Kerbel, Zitronenthymian und Melisse umspielen die Frucht, stets auf der hellen, frischen Seite bleibend. Ein feiner Eindruck von Sencha-Tee legt sich sanft darüber und verleiht dem Duft zusätzliche Zartheit und Struktur. Das steinige, kühle Fundament der Marienburg trägt diesen Eindruck und macht dieses Kabinett zu einem schlanken, präzisen, modernen Vertreter seines Stils – weniger fruchtlastig, mehr von Frische, Luftigkeit und tänzelnder Spannung geprägt.
Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich das Kabinett zunächst überraschend griffig und für seine Kategorie „gefühlt trocken“. Die Frucht wirkt hell und zart, während die prägnante Säure die Süße – ebenso wie die Frucht selbst – entschieden zur Seite drückt. Dadurch entsteht ein straffes, filigranes Gesamtbild, das deutlich steiniger, eleganter und floraler wirkt als erwartet. Die Frucht zeigt sich saftig, aber nie laut, während die mineralische Schieferprägung immer wieder aufscheint und dem Wein eine feine Tiefe verleiht. Die Säure bleibt der tonangebende Pol: druckvoll, dennoch moderat und angenehm gesetzt, sorgt sie für hohe Trinkfreude und eine spürbare Adstringenz, unterstützt von leichten Tanninen und feinen Bitterstoffen. Der Gesamteindruck ist klar, verspielt, leicht rauchig und anhaltend animierend. Ein Kabinett, der Gläser leert – und genau so soll es sein: markant, herb, federleicht und mit gerade einmal etwa 7,5 % Alkohol ein Musterbeispiel für modernen, trinkanimierenden Mosel-Kabinettstil.
Tasted in December 2025
Gedämpfter Wolfsbarsch mit Zitronenverbene, weißem Pfirsich und jungem Spinat
Leicht marinierter Fenchel-Ananas-Salat mit Sesam und Zitronenthymian
Sommerrolle mit Reisnudeln, Kräutern, Birne und heller Limetten-Dip-Sauce
Clemens Busch
Direkt gegenüber dem Stammhaus am anderen Moselufer befindet sich der größte Teil der Weinberge der Familie Busch in der Lage Marienburg. Die frühere Unterteilung in Einzellagen fiel in den 1970-iger Jahren der Weingesetzgebung zum Opfer. Um die spezifischen Unterschiede innerhalb der Lage Marienburg hervorzuheben, vinifiziert Clemens Busch die Parzellen getrennt und füllt die Weine unter den ehemaligen Parzellenbezeichnungen, wie etwa Fahrlay oder Falkenlay, ab. So kommen die verschiedenen Schieferböden (blauer, grauer und roter Schiefer) sowie die speziellen Mikroklimata im Wein deutlich zum Ausdruck. Ein Teil der Steillage unter der Marienburg gehört zur GG-Lage Nonnengarten. Hier produziert Clemens aus der Parzelle unter dem Birnbaum ein exklusives Cuvée in Reserve Qualität. Das heißt es, kommt erst nach längerer Fasslagerung auf der Feinhefe auf den Markt. Unser Geheim-Tipp!

































