Farbe:
Dunkles, transparentes Rubinrot.
Nase:
Der 2025 bis-turna Freisa von Valfaccenda eröffnet mit einer filigran floralen Nase: Violette Blüten wie Veilchen und Flieder treffen zunächst auf einen weichen, fast gebäckartigen Ton nach Vanillekipferl, bevor die rote Frucht übernimmt. Zwanzig Facetten Kirsche werden untermalt von Cranberry und Preiselbeere, die der transparenten Frucht ein herbes Back-up verleihen. Ein Freisa, der eher mit floraler Finesse und transparenter roter Frucht als mit rustikaler Würze brilliert.
Mund:
Glockenklar strahlt die rote Frucht im Antrunk über den Gaumen, kühl, transparent und mit bemerkenswerter Frische. Unmittelbar dahinter schließt sich das engmaschige phenolische Korsett mit seinem reichhaltigen, feinkörnigen und beinahe pudrigen Gerbstoff. Darin funkelt die Frucht, eingefasst wie ein Rubin in seiner Fassung mit ungebrochener Strahlkraft. Die weit gespannte, vibrierende Säure erhellt den gesamten Gaumen und unterstreicht seinen vertikalen Charakter, der ihn beinahe wie einen Weißwein zischen lässt. Lediglich der straffe, aber animierende Gerbstoff erinnert unmissverständlich daran, dass hier Freisa im Glas steht. Gekühlt serviert gewinnt er zusätzlich an Präzision und Tempo.
Tasted in September 2026
Tagliatelle mit geschmorten Pilzen
Aal in Rotweinsauce mit Backpflaumen
Gegrillte Wachtel mit Spinat und cremiger Polenta
Valfaccenda
Zwischen dem Tanaro Fluss und den Piemonteser Alpen erstreckt sich nordwestlich von Alba das Roero-Gebiet. Luca Faccenda führt heute das Familiengut, dessen Weinberge sein Vater in den fünfziger Jahren bestockt hatte. Die teils über 60 Jahre alten Arneis-Reben stehen auf von Lehm und Ton durchzogen Sandböden. Luca vergärt die Trauben der alten Reben spontan, im Ganzen und im großen Holz. Das Ergebnis ist ein stoffiger, seidiger Roero Arneis mit überwältigender Struktur und Länge. Die Trauben für den „Arzigh“ stammen von südlich ausgerichteten, alten Reben. Luca baut ihn für zwei Jahre in gebrauchten Tonneaux’s aus und füllt ihn unfiltriert ab. Der Nebbiolo wird im Beton und großen Holz ausgebaut und reift für 14 Monate im 500-Liter-Tonneaux. Luca Faccenda ist eine Winzerpersönlichkeit, die es verstanden hat, unverkrampfte und klare Naturweine zu vinifizieren, die durch ihren Trinkfluss bestechen.










