Farbe:
Der Moric Tokaj Furmint T 2024 präsentiert sich in einem leuchtenden Strohgelb mit feinen grünlichen Reflexen
Nase:
Die Nase eröffnet mit einer beeindruckenden Vielfalt an Zitrusaromen, wobei weniger die Frucht selbst als vielmehr ihre unterschiedlichen Facetten im Mittelpunkt stehen. Kaffir-Limette und ihre aromatischen Blätter, Abrieb von Bergamotte, Limone, Limette, Meyer-Zitrone und Bitterorange entfalten ein vielschichtiges, spannungsreiches Duftbild. Kandierter Ingwer und Grapefruit verleihen zusätzliche Tiefe und Würze, während im Hintergrund dezente Noten von Cantaloupe-Melone und Nashi-Birne für eine feine Fruchtigkeit sorgen, ohne jemals den Charakter des Weines zu dominieren. Den eigentlichen Kern bilden jedoch die intensiv duftenden Kräuter. Melisse, Zitronenthymian, Kerbel, Minze, Zitronengras und ein Hauch Koriander verleihen dem Wein eine außergewöhnliche Frische und Präzision. Weißer Pfeffer sorgt für einen dezenten würzigen Akzent, während feine Anklänge von Bienenwachs und Honigwaben eine elegante Tiefe vermitteln, ohne dabei süß zu wirken. Abgerundet wird das Bouquet von einer kühlen, steinigen Mineralität, die an kalten Rauch, Gischt und Austernschale erinnert und dem Wein einen nahezu maritimen Charakter verleiht.
Gaumen:
Am Gaumen zeigt sich der Furmint T kompromisslos geradlinig, straff und von einer beeindruckenden mineralischen Spannung getragen. Schlank und rassig zieht sich seine kalkige, steinige Struktur über den gesamten Gaumen und verleiht ihm enorme Präzision. Besonders faszinierend ist die Vielschichtigkeit der Zitrusaromen, die sich in ihrer gesamten Bandbreite präsentieren – von Blattwerk über Zesten bis hin zu Fruchtfleisch und Saft entfaltet sich ein vollständiges Zitrusbild, das dem Wein Lebendigkeit und Tiefe verleiht. Die Säure wirkt hervorragend integriert und unterstützt die Trinkspannung, ohne jemals dominant zu erscheinen. Vielmehr sind es die salzigen, kalkigen und fast stahligen Komponenten, die das Profil prägen und gemeinsam mit den feinen Bitterstoffen eine enorme Länge erzeugen. Im langen Nachhall kehren die frischen Kräuter, weißer Pfeffer und die eleganten Zitrusnoten eindrucksvoll zurück und verleihen dem Wein eine bemerkenswerte Frische sowie eine klare, terroirgeprägte Signatur. Ein Furmint von großer Präzision, der seine Kraft weniger aus Opulenz als aus Spannung, Mineralität und einer außergewöhnlich klaren Aromatik bezieht.
Tasted in July 2026
Gerösteter Spitzkohl mit Miso, Fenchelpollen, Zitronenöl und gerösteten Haselnüssen.
Gebratene Mairübchen und junge Karotten mit Kräuteremulsion, fermentierter Zitrone und Buchweizen-Crunch.
Kohlrabi in Salzkruste gegart mit Kerbelcreme, grünem Spargel, Zitronenthymian
Moric
Roland Velich und sein Weingut Moric haben Weinbaugeschichte geschrieben. Sie beginnt erst 2001 mit dem ersten Jahrgang des Lutzmannsburg Alte Reben Blaufränkisch. Seit dieser Zeit hat sich nicht zuletzt dank dieses Weines eine Stilistik des Blaufränkisch etabliert, die man der Flaschenform schon ablesen kann. Der Name Moric steht für Weine aus Blaufränkisch, die stilistisch zwischen großen Burgundern, Piemontesern und Syrah von der Nordrhône angesiedelt sind, dabei völlig eigenständig sind und ein ebenso großes Potential besitzen. Die Größe von Velichs Weinen beginnt allerdings schon beim einfachen Blaufränkisch und bei der weißen wie der roten Hausmarke. Diese Weine stehen exemplarisch für den Anspruch Velichs, dass Weine aufgeschlossen sein sollen, einladend, frisch und saftig, komplex und trinkfreudig zugleich. Neben seinen eigenen Ideen fördert er mit seinen Hidden-Treasure-Project zudem begabte Winzer aus dem benachbarten Ungarn.





























