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Château de Coulaine
Das Weingut
Das Weingut der Familie Bonnaventure ist eines der ältesten an der Loire. Das kann man schon am kleinen Schlösschen, dem Sitz der Familie, ablesen, das im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Doch die Existenz eines Schlosses ist das eine, eine durchgehende Weinbaugeschichte ist etwas ganz anderes. Tatsächlich aber kann das Château de Coulaine mehr als 600 Jahre kontinuierlichen Weinbau vorweisen, und kein Geringerer als François de Rabelais, der in seinem 1534 erschienen Hauptwerk Gargantua nicht zuletzt eine Chronik des Weinbaus an der Loire geliefert hat, erwähnte bereits die Weine des Schlosses. Über Jahrhunderte hinweg war die Familie de Garguesalle Besitzer des Schlosses, bis eine de Garguesalle René de Craon heiratete. Aus den de Craon wurden die Quirit, und schließlich heiratete eine Quirit zu Beginn des 20. Jahrhunderts Jean Denys de Bonnaventure.
Auf einen Blick
- Über 600 Jahre Weinbau am Schloss
- Jean de Bonnaventure seit 2017
- Clos de Turpenay und Les Picasses
- Feine, elegante Chinons in Rot und Weiß
Neubeginn nach der Reblaus
Unter Jean Denys wurde der Wein des Châteaus nur in großen Gebinden an umliegende Interessenten verkauft. Die Reblaus hatte damals auch an der Loire gnadenlos Unheil angerichtet, und die Weinberge waren dezimiert, sodass auf Château de Coulaine eine Mischwirtschaft entstand, in der dem Weinbau eine eher geringe Rolle zukam und nur der ca. einen Hektar umfassende Clos de Turpenay den Wein für die Familie lieferte. Erst mit Etienne de Bonnaventure sollte sich dies ändern. Er übernahm den Weinbau im Jahr 1988 und begann damit, die alten Weinberge neu zu bepflanzen, Weine selber abzufüllen und in den Verkauf zu bringen. Schnell erwarb sich Etienne den Ruf eines Nicolas Joly des Cabernet Franc; denn er stellte die Weinberge nicht nur auf biologischen respektive biodynamischen Weinbau um, er schwankte auch immer wieder zwischen Genialität und Nachlässigkeit. So konnte man von ihm große Weine bekommen und dann wieder solche mit Brettanomyces oder dem Aroma anderer Fehler im Keller. Es versteht sich von selbst, dass wir diese Weine nie angenommen haben. Gleichzeitig aber war uns das Potential bewusst, und Etiennes Genialität blitzte oft genug auf.

CHRISTOPH RAFFELT
Das Château de Coulaine kann mehr als 600 Jahre kontinuierlichen Weinbau vorweisen.

Neuer Wind mit Jean
Mit seinem Sohn Jean de Bonnaventure, der die Leitung des Weinguts 2017 zusammen mit seiner Mutter Pascale übernahm, veränderte sich viel. Jean hat in St. Émilion, in Madiran und in Kanada gelernt, wo die Familie Bonnaventure übrigens im 18. und 19. Jahrhundert gelebt hat. Mit Jean weht seitdem ein neuer Wind im Weingut. Er schöpft das exzellente Potential der 17 Hektar Weinberge von Jahr zu Jahr besser aus. Zu ihnen gehört der uralte umfriedete Clos de Turpenay ebenso wie einige kleinere Reihen an wurzelechten Reben direkt vor dem Schloss. Hinzu kommt mit Les Picasses eine Einzellage mit tonigem Kalk und gelbem Kalkstein. Insgesamt ist der Boden der Weinberge zu zwei Dritteln geprägt von Ton und Kalkstein. Die Weinberge der Einstiegsweine sind mit Sand und Kies durchsetzt und liegen in alten Flussbetten der Loire. Neben Cabernet Franc gibt es auch kleinere Mengen an Chenin blanc. Jeans rote wie weiße Chinons werden immer feiner sowie eleganter und sind schließlich in der Spitze der Chinon-Liga angekommen.
Oktober 2019

Sortiment ·
Die Weine von De Coulaine
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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