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Spain  •  Mentrida
Year
Volume in ml
2023  /  750 ml

Farbe:

Herrliches Rubinrot mit dunklem Kern und heller werdendem Rand. Trotz seiner südlichen Herkunft wirkt die Farbe erstaunlich transparent und fein


Nase:

Die Nase wirkt markant maskulin, wild und tiefgründig. Dunkle Fruchtaromen von Schlehe, Holunderbeere, Pflaume und Schattenmorelle bilden das Fundament, darüber legt sich jedoch sofort diese charakteristische, karge und mediterrane Würze. Teer, Lack, Unterholz und ein Hauch Pferdeschweiß verleihen dem Wein eine rustikale, beinahe animalische Spannung, die unweigerlich an klassische, wildere Interpretationen südlicher Herkunft denken lässt. Dazu kommen schwarzer Pfeffer, Lakritz und Wacholder, flankiert von Rosmarin und einer balsamischen Kräuterwürze, die sich durch die gesamte Aromatik zieht. Im Hintergrund erscheinen dunkle Schokolade und hell gerösteter Kaffee, bevor florale Akzente von Hibiskus und Veilchen wieder etwas Eleganz und Frische hineinbringen. Trotz aller Würze bleibt die Nase nie schwer oder überladen, vielmehr lebt sie von dieser Mischung aus karger Höhenlage, uralten Reben und einer bewusst wenig extrahierten Stilistik. Alles wirkt roh, ehrlich und stark herkunftsgeprägt.

 

Gaumen:

Am Gaumen bestätigt sich dieser Eindruck unmittelbar. Die Frucht wirkt zunächst saftig und präsent, vor allem Walderdbeere sowie die dunkleren Fruchtanklänge der Nase treten gebündelt hervor, bevor der Wein zunehmend seine herzhafte und würzige Seite zeigt. Mit 14,5 Prozent Alkohol besitzt er durchaus Wärme und Volumen, wirkt dabei aber niemals marmeladig oder überkonzentriert. Ganz im Gegenteil: Der Wein lebt von seiner ausgezehrten, fast transparenten Art, die mehr auf Herkunft, Struktur und Charakter setzt als auf Dichte oder maximale Extraktion. Das Tannin bleibt rustikal, aber angenehm eingebunden, die Säure bringt ausreichend Frische und Spannung, um die warme Aromatik zu tragen. Besonders spannend ist dabei der Nachhall, der deutlich heller und feiner wirkt als die Nase zunächst vermuten lässt. Die dunklen, animalischen Würznoten treten zurück und machen Platz für florale, rotfruchtige und leicht steinige Nuancen, die dem Wein trotz seiner Kraft eine erstaunliche Eleganz verleihen. Genau darin liegt der Reiz dieses Weins: südliche Wärme und Wildheit auf der einen Seite, Transparenz, Herkunft und Trinkfluss auf der anderen.

Tasted in May 2026

Author Marian Henß
Author info Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Geschmorte Lammschulter mit Rosmarin, schwarzem Knoblauch und gerösteten Schalotten.

Iberico-Pluma vom Grill mit Pimentón, gegrillter Paprika und rauchigem Auberginenpüree.

Geröstete Rote Bete mit Belugalinsen, dunkler Schokolade, Thymian und Haselnüssen.

Author Marian Henß
Author info Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Jimenez - Landi

Die zwischen Madrid und Toledo gelegene DO Mentrida wurde erst durch die Arbeit der Cousins Jiménez-Landi weltberühmt. Die Höhenlagen, gepaart mit einem mediterranen Klima, lassen hier Spitzenweine entstehen. Der sympathische Winzer José Benavides Jiménez-Landi bewirtschaftet die auf 550 bis 600m gelegene und 15ha umfassende Parzelle des Bajondillo biologisch. Die restlichen 5ha werden streng biodynamisch bearbeitet. Diese befinden sich in Höhenlagen von bis zu 850m. Der Ausbau erfolgt in Fässern von 500 und 3000 Litern, da der Winzer eine dominante Holznote in seinen Weinen ablehnt. Die Einzellagen haben Erträge von nur 10hl/ha. Das Ergebnis sind sehr elegant wirkende Weine.