Farbe: Sattes Goldgelb mit filigranem Mousseux.
Nase: Die Nase des 2007 Millésimé Blanc de Noirs Premier Cru Extra Brut von Bonnet-Ponson changiert wie ein Chamäleon und zeigt stets neue Facetten von sich. Sie erlaubt einen Blick zurück in die Zeit, als Cyrils Vater die Weine mit einer damals noch reiferen Stilistik produzierte. Gedörrte Früchte, getrocknete Aprikosen, von der Orange die Schale – dafür getrocknet oder sogar kandiert –, dazu kommen Gebäcknoten, die auch mehr im röstigen Spektrum spielen: Mürbeteig-Tarte mit Salzbutter, Aprikosenkonfitüre, dazu kommen milde Gewürznoten. In Summe ein strahlend klarer Wein, dessen Reife nicht mit Alterung gleichgesetzt werden sollte.
Mund: Im Antrunk wird der Gaumen erhellt durch das fein glitzernde Mousseux, das wie Sternenstaub den Rachen erleuchtet. Die Frucht spiegelt sich über die Reife vielmehr im Extrakt als durch jugendlichen Ungestüm, dazu kommt die mürbe Textur des Weines, die ihm seinen besonderen Schmelz verleiht. Ein Champagner mit enormer Ruhe im Trunk, komplex, doch dabei selbsterklärend – kein Proseminar, und dennoch prüfungsrelevant. Die Magnum, das ist gewiss, war ein weise gewähltes Format für diese Extravaganza.
Tasted in April 2025
- Bruschetta mit Tomate, grüner Aprikose und Estragon
- Quiche von der Rauchforelle mit Speck und Champignons
- Perlhuhn aus dem Ofen mit Sesam-Möhrchen und sautiertem Schwarzkohl
Bonnet-Ponson
Das Champagner Weingut Bonnet-Ponson liegt in Chamery, einem Premier Cru Ort an der Petit Montagne de Reims mit Besitz an der Petit Montagne und in den Grand Cru Lagen in Verzenay. Der Vater war einer der ersten im Ort der biologisch arbeitete, aber noch nicht zertifiziert war. Sein Sohn Cyril ist nach seinen Wanderjahren durch die Weinwelt nun zurück- gekehrt und geht konsequent die nächsten Schritte. Das Weingut ist nun komplett zertifiziert und der Stil der Champagner scheint sich fast schon radikal zu wandeln. Während der Stil früher eher klassisch bis konservativ war, wird jetzt abgespeckt. Keine oder kaum Dosage, keine Filtration, Vergärung mit den natürlichen Hefen, minimal Schwefel. So geht der Seconde Nature klar in Richtung „Naturchampagner“, aber auch bei den eher klassischen Champag- ner setzt sich die neue Linie mehr und mehr durch und bieten ein sensationelles Preis-Ge- nuss-Verhältnis.