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Hans und Anita Nittnaus
Das Weingut
Die Familie Nittnaus ist seit Jahrhunderten in Gols verwurzelt und betreibt seit 1684 Weinbau. 1927 wurde das heutige Anwesen errichtet, 1985 haben John und Anita das Weingut übernommen und modernisiert. Alles wirkt bodenständig und doch war und ist John schon immer ein Vorreiter in Gols gewesen. Kurz nach dem österreichischen Weinskandal hat er als Bordeauxliebhaber internationale Rebsorten gepflanzt und gezeigt, welches Potential in den Golser Lagen für Cabernet und Merlot steckt. Gleichzeitig gehört der heimischen Rebsorte Blaufränkisch sein Herz; somit produziert er bis heute herausragende Blaufränkisch.
Auf einen Blick
- Weinbau in Gols seit 1684
- Mitbegründer der Pannobile-Runde
- Herzenssorte Blaufränkisch, auch vom Leithaberg
- Früh biodynamisch; Manila-Linie von Sohn Martin
Pannobile als Herzenssache
Um das in den 1980er Jahren angeschlagene Image des Burgenlandes wieder aufzubauen, hat er zusammen mit Golser Kollegen die Pannobile-Runde initiiert und mit dafür gesorgt, dass Gols wie Phönix aus der Asche gestiegen ist. Bis heute ist ihm sein Pannobile eine Herzensangelegenheit, in die er viel Mühe und Engagement steckt mit dem Ergebnis, dass dieser eigentlich „preis-werte“ Wein auch mal zum besten Rotwein Österreichs erkoren wird (z.B. Jahrgang 2010, wobei nach Aussage von John der 2011 noch besser ist). John war auch einer der Ersten, der das Potential der Lagen am Leithaberg erkannte und dort investierte.

VINATUREL
Die Familie Nittnaus ist seit Jahrhunderten in Gols verwurzelt und betreibt seit 1684 Weinbau.

Biodynamie und nächste Generation
Heute gehört es fast schon zum guten Ton, dass man als Golser Winzer auch Weine am Leithaberg produziert. Vielleicht muss man so „boden-ständig“ im wahrsten Wortsinn sein, wie John und Anita, um für seine Böden das Beste zu wollen und auf biologische und biodynamische Bewirtschaftung umzustellen. Auch hier war er mit Gernot Heinrich zusammen der Erste, der diesen mutigen Schritt ging.
Jetzt steht Sohn Martin in den Startlöchern und mischt auch schon kräftig mit. Auch er setzt seine Vorstellungen von „Naturweinen“ mit der Manila-Linie um. Hinter dem Namen „Manila“ steckt eine nette Anekdote: Eine philippinischstämmige Mitarbeiterin stand während der Arbeit in den Weinbergen am Leithaberg, schaute über den Neusiedlersee und bemerkte, hier sei es so schön wie in ihrer Heimat Manila. Gleichzeitig erzählte ein Freund, dass Manila die hässlichste Stadt der Welt sei. So steht Manila für den Spannungsbogen, den vielleicht auch die experimentellen Weine von Martin Nittnaus aufspannen können.
Sortiment ·
Die Weine von Nittnaus
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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