Farbe:
Leuchtendes Strohgelb mit zart hellen Reflexen. Das Mousseux zeigt sich zunächst etwas aufbrausend und gröber in der Körnung, entwickelt sich im Glas jedoch zu einer immer feineren, gleichmäßigen und klein- bis mittelporigen Perlage.
Nase:
Der Gramona Innoble ist ein Wein mit unverwechselbarem Charakter. Die lange Hefereife von 73 Monaten verbindet sich eindrucksvoll mit der markanten Handschrift des Xarel·lo und schafft eine Aromatik, die gleichermaßen tiefgründig wie elegant wirkt. Gelbfruchtige Noten von gegrillter Ananas und Cantaloupe-Melone treffen auf eine ausgeprägt salzige, steinige Mineralität, die dem Wein sofort Frische und Präzision verleiht. Die lebendige Säure und das fein eingebundene Mousseux unterstützen diesen Eindruck zusätzlich und sorgen bereits in der Nase für bemerkenswerten Trinkfluss. Hinzu kommen geröstete Haselnüsse, Mandeln und frisch geschnittene Macadamianüsse, die der Autolyse eine feine nussige Tiefe verleihen. Mit etwas Luft öffnet sich der Wein zunehmend und zeigt weiße Blüten, Mandel- und Apfelblüte sowie feine Anklänge von Orangenblüte. Zesten von Mandarine, Grapefruit und Bitterorange bringen Spannung und Frische, während frisch geschnittener Ingwer eine dezente, elegante Würze beisteuert. Im langen Nachhall der Nase bleibt vor allem die salzige, maritime und steinige Handschrift präsent – klar, geradlinig und stets auf der filigranen, niemals breiten Seite.
Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich der Innoble komplex, vielschichtig und druckvoll, ohne jemals an Eleganz einzubüßen. Trotz seiner Dichte wirkt er hell, präzise und von bemerkenswerter Leichtigkeit getragen. Apfel, Birne, Quitte und weißer Pfirsich bestimmen die Frucht, die sich harmonisch in die salzig-mineralische Struktur einfügt und nie in den Vordergrund drängt. Die kraftvolle, zugleich fein gezeichnete Struktur vermittelt Wärme und Großzügigkeit, ohne an Klarheit zu verlieren. Besonders beeindruckend ist die Balance zwischen Frucht und Säure, cremigem Mousseux und mineralischer Präzision sowie zwischen feinem Schmelz, salziger Würze und angenehm herben Bitterstoffen. Der Wein wirkt druckvoll und zugleich vollkommen ausbalanciert. Im Finale verzichtet er bewusst auf opulenten Schmelz und setzt stattdessen auf Reinheit, Filigranität und eine glasklare, salzig-mineralische Struktur. Der Nachhall wird zunehmend heller, feiner und eleganter und unterstreicht eindrucksvoll den kompromisslos präzisen Stil dieses außergewöhnlichen Corpinats.
Verkostet im August 2026
Gillardeau-Austern mit Gurken-Vinaigrette und einem Hauch Limettenzeste
Rohe Jakobsmuscheln mit Mandarine, weißem Pfirsich, gerösteter Macadamia und etwas Fingerlimette
Steinbutt auf der Gräte gebraten, dazu eine Beurre blanc mit weißem Pfeffer und Fenchel sowie leicht glasierte junge Mairübchen



















