Farbe:
Blasses Strohgelb mit hellen, leicht grünlichen Reflexen.
Nase:
Die Nase präsentiert sich ausgesprochen klar, präzise und leichtfüßig. Im Vordergrund stehen helle, saftige Fruchtaromen von frisch geschnittener Nashi-Birne, reifer Birne und Cantaloupe-Melone, die von einem feinen Hauch Passionsfrucht sowie etwas Mirabelle begleitet werden. Dahinter entfaltet sich eine vielschichtige Kräuterwürze mit Kerbel, Zitronenmelisse, Zitronenthymian, Zitronengras und frischer Minze. Diese Kombination verleiht dem Wein einen fast südostasiatischen Charakter, der an die Aromen Vietnams oder Thailands erinnert. Ein feiner weißer Pfeffer unterstreicht die typische Würze des Grünen Veltliners. Ergänzt wird das Bouquet durch vegetabile Anklänge von Mairübchen, frischem Fenchel und jungen Erbsen, die der Nase zusätzliche Frische und Komplexität verleihen.
Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich der Nussberg enorm saftig, schlank und präzise. Neben der hellen Birnen- und Melonenfrucht treten nun gelber und roter Apfel deutlich in den Vordergrund. Die verschiedenen Apfelnuancen sorgen für Frische, feine herbe Akzente und dezente Bitterstoffe, die dem Wein eine außergewöhnliche Trinkanimation verleihen. Gerade diese feine Herbe erzeugt eine faszinierende Spannung: Der Wein wirkt so animierend, dass man unmittelbar Lust auf den nächsten Schluck bekommt – eine der großen Qualitäten dieses Grünen Veltliners. Trotz seiner Leichtigkeit besitzt er bemerkenswerte Länge, Tiefe und eine beeindruckende innere Dichte, ohne jemals schwer oder sättigend zu wirken. Vielmehr vermittelt er das Gefühl, den Durst eher zu steigern als zu stillen – ein Zeichen großer Eleganz und Balance. Die helle Aromatik bleibt bis ins lange Finale präsent und verleiht dem Wein Esprit, Charme und sommerliche Leichtigkeit. Gleichzeitig transportiert er mit seiner präzisen Stilistik, seiner feinen Mineralität und seiner klaren Herkunft vom Wiener Nussberg einen ausgeprägten Lagencharakter. Bereits heute bereitet er große Freude, besitzt aber zugleich das Potenzial, über die kommenden Jahre an zusätzlicher Komplexität und Tiefe zu gewinnen.
Verkostet im Juni 2026
Gebeizter Saibling mit Gurke, Buttermilch, Dill und etwas Zitronenöl
Gedämpfter Spargel mit Kräuter-Vinaigrette, Erbsen und pochiertem Ei
Vietnamesischer Glasnudelsalat mit Garnelen, Limette, Minze, Koriander und gerösteten Erdnüssen

Hajszan Neumann
Stefan Hajszan, der Gründer des Weingutes, hat bereits 2006 als erstes Wiener Weingut auf biodynamische Bewirtschaftung umgestellte. Er hat 2014 das Weingut an das Wiener Winzerurgestein Fritz Wieninger verkauft und ist nach Neuseeland ausgewandert. Fritz Wieninger führt das 20 ha Weingut ganz bewusst unter dem alten Namen weiter und legt großen Wert darauf, dass die Weine auch stilistisch eigenständig bleiben. Die Weinberge liegen überwiegend in den erstklassigen Kalksandstein-Lagen am Nussberg und vereinzelt in den Grundgebirgslagen in Grinzing. Man legt großen Wert auf Herkunft und baut die Weine Rieden rein aus. Eine Linie maischevergorener Weißweine, die unter der Bezeichnung "Natural" angeboten und ohne jegliche Einflussnahme wie Schönungen, Filtrationen und Schwefelung erzeugt werden, runden das Sortiment ab und beeindrucken durch ein Feuerwerk an Aromenvielfalt und großer Eigenständigkeit. Der erste Wiener Gemischte Satz „Naturwein“!
















