Farbe:
Ein leuchtendes Goldgelb mit hellen Reflexen
Nase:
Die Nase zeigt sich zunächst würzig, warm und markant, zugleich feingliedrig und vielschichtig. Sie öffnet sich mit Nuancen von Braeburn-Apfel und Cox Orange, gefolgt von kandierter Birne und Quittenkompott. Dazu treten Anklänge von gegrilltem Mais und Popcorn, begleitet von einem süßlichen, vegetabilen Eindruck à la Mairübchen und einer Basis sattgelber Frucht: Pfirsich, Grapefruit und unreife Mango. Feine Kräuterwürze aus Majoran, Oregano und Petersilie ergänzt das Bild, im Hintergrund getragen von weißem Pfeffer, Piment und Lorbeerblättern. Ein teigiger Ton – Mürbeteig, Butterscotch-Plätzchen – und ein Hauch leichter Rauchigkeit mit hell geröstetem Kaffee im First-Crack-Stadium runden das aromatische Profil ab.
Gaumen:
Am Gaumen präsentiert sich der Chardonnay druckvoll, knackig und rasiermesserscharf, geprägt von einem außergewöhnlich feinen, gleichzeitig satten Tanningerüst. Diese Phenolik kleidet den Mundraum sofort vollständig aus, ohne Bitterdominanz; sie wirkt dezent, aber dominant in ihrer Textur – fast wie bei Schalenkontakt, mit einem Anklang von hellem Tabak. Die Frucht zeigt sich deutlich heller als in der Nase, getragen von Frische und einer Säure, die in der Jugend noch etwas zurückgedrängt wirkt. Die Aromen wandern in Richtung zarter Kurkuma-Noten, greifen die tropischen und gelbfruchtigen Nuancen von Mango, Äpfeln, Birnen und Bratapfel (retronasal) wieder auf und verbinden sich mit Röstaromen. Ergänzend treten Nussanklänge von gehackten Mandeln und gerösteten Haselnüssen hervor. Das Vegetabile bleibt präsent und wandert von Mais, Rübe und Popcorn hin zu gegrillter Ananas. Im Finish kehren die Kräuter aus der Nase zurück, insbesondere Majoran und Estragon, die den Nachhall aromatisch prägen. Ein spannungsgeladenes, markantes und bewusst scharf konturiertes Großes Gewächs.
Verkostet im November 2025
Gegrillte Petersilienwurzel mit Haselnuss-Dashi & Ananas-Estragon-Öl
Gebackene Polenta mit Butter-Miso, Lauch-Asche und zarter Popcorn-Emulsion
Gelbe Bete „Ceviche“ mit Grapefruit-Zesten, Mango-Essig & gerösteter Mandelmilch

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Franz Keller
Beim Weingut Franz Keller steht schon seit einiger Zeit mit Friedrich Keller die dritte Generation in den Startlöchern. In den letzten Jahren haben Friedrich und Vater Fritz das Weingut gemeinsam geführt und Entscheidun- gen getroffen und übernimmt Friedrich mehr und mehr das Zepter. Er ist durch und durch Winzer und lebt den Wein. Er will das Weingut Franz Keller nun konsequent auf das nächste Level heben. Schon Vater Fritz hat das Weingut naturnah ausgerichtet Friedrich stellt nun komplett auf Bio um und tastet sich langsames auch an biodynamische Aspekte heran. An der Qualitätsschraube wurde in den letzten Jahren schon gedreht, nun geht man auch hier den nächsten Schritt und trennt sich von weniger guten Lagen, verringert somit die Fläche und strafft das Sortiment.




























