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- CHAMPAGNE
Vazart-Coquart & Fils
Das Weingut
Die Ortschaft Chouilly ist die erste mit Grand-Cru-Status, wenn man von Épernay aus die Côte des Blancs erreicht. Dort ist seit 1785 die Familie Vazart beheimatet. Seit 1950 entstehen eigene Abfüllungen. Seit Jean-Pierre Vazart das Weingut 1995 übernommen hat, hat sich das Weingut zum ökologischen Landbau entwickelt, und die Weine sind immer purer und trockener geworden.
Wer an die Côte des Blancs denkt, hat die Ortschaft Chouilly nicht unbedingt als Erstes im Sinn. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie erst 1985 den Grand-Cru-Status erhalten hat und Nachbargemeinden wie Vertus, Avize oder Le-Mesnil-sur-Oger geradezu Legende sind.
Auf einen Blick
- Familie Vazart seit 1785 in Chouilly
- Jean-Pierre Vazart führt seit 1995
- Solera seit 1982, Terre Cuite im Tonei
- Für Vinaturel ohne oder kaum Dosage
Der Grand-Cru-Ort Chouilly
Fährt man von Épernay aus in Richtung Osten am südlichen Ufer der Marne, dann erreicht man nach wenigen Minuten die Ortschaft Chouilly. Auf den rund 1.600 Hektar, die die Ortschaft umfasst, sind 522 Hektar mit Reben bepflanzt, 99 % davon sind Chardonnay. Am auffälligsten ist der Hügel namens Butte du Saran mit dem zu Moët & Chandon gehörenden Château du Saran, das 1801 von Jean-Remy Moët erbaut wurde.
© Mika Boudot CHRISTOPH RAFFELT
Die Familie Vazart betreibt bereits seit 1785 Weinbau in Chouilly.
© Mika Boudot Familie und Weinberge
Die Familie Vazart betreibt bereits seit 1785 Weinbau in Chouilly. Die ersten eigenen Weine wurden allerdings erst im Jahr 1950 von Louis und Jacques Vazart gefüllt. Seit 1995 wird das Weingut von Jean-Pierre Vazart geführt, der bereits ein Jahr später dem Club Trésor de Champagne, einer der ersten Vereinigungen von unabhängigen Winzern der Champagne, beigetreten ist.
Das Weingut verfügt über 11 Hektar, die sich komplett in Chouilly befinden. Davon fallen 0,4 Hektar auf Pinot Noir, der Rest ist mit 30 bis 40 Jahre altem Chardonnay bepflanzt. Schon seit Jahren verzichtet Jean-Pierre auf chemische Spritzmittel und ist mittlerweile bio-zertifiziert. Allerdings dauert es in der Champagne besonders lang, bis diese dann auch auf den Etiketten erscheint; denn die aktuellen Jahrgänge sind älter als die Zertifizierung.
Ausbau und Dosage
Jean-Pierre pflegt den Ausbau im Edelstahl – inklusive malolaktischer Gärung. Die Reserve-Weine stammen im Wesentlichen aus einer Solera, die 1982 begonnen wurde und aus der mittlerweile ein eigener Champagner namens 82/… entsteht. Hinzu kommt neben dem Special Club, der jährlich im Rahmen des Club Trésor de Champagne präsentiert wird, unter anderem der noch recht neue Jahrgangschampagner TC, der im Terre Cuite, einem Terra-Cotta-Ei ausgebaut wird. Gerade Vazarts Non-Vintage-Champagner zeigen die typische Stilistik des Ortes. Sie sind ideale Apéritif-Champagner mit viel Frucht, Frische, Eleganz und Harmonie. Die Jahrgangs-Champagner sind voller, kraftvoller und mineralischer mit viel Substanz. Das sieht man gerade beim Terre Cuite sehr gut, der einerseits unglaublich seidig daherkommt, andererseits aber viel Druck aufbaut und die besondere Mineralität des Ortes zeigt.
Jean-Pierre Vazart ist in den letzten Jahrgängen immer weiter heruntergegangen mit der Dosage. Für die Vinaturel-Abfüllungen ist er noch einen Schritt weitergegangen. Das ist bei der Qualität des Ausgangsmaterial sehr gut möglich und war wünschenswert, da die Chouilly-Champagner von Grund auf voller und etwas exotischer wirken als die Grand Cru der Nachbargemeinden. Mit dem Verzicht auf Dosage bzw. einer fast homöopathischen Menge zeigen sich Vazart-Coquarts Champagner in einer wunderbaren Balance.
Oktober 2019

Sortiment ·
Die Weine von Vazart-Coquart & Fils
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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