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Clau de Nell
Das Weingut
Die Geschichte des Weinguts Clau de Nell beginnt wie die so vieler ambitionierter, jedoch wirtschaftlich nicht besonders gut aufgestellter Projekte echter Wein-Enthusiasten. Claude (Clau) und Nelly (Nell) Pichard hießen die beiden, die sich Anfang der 2000er in der Nähe von Aniou-Château niederließen, um biodynamischen Weinbau zu betreiben. Der Ort, um den herum es damals kaum weitere Weinberge gab, liegt auf dem Weg von Angers nach Saumur, wenn man die Route über die D 761 nimmt. Schon 2005, nach einigen schwierigen Jahren, gingen die beiden in Konkurs. Doch bereits mit den ersten Weinen hatten sie Aufmerksamkeit erregt – vor allem bei der im Burgund ansässigen Winzerin Anne-Claude Leflaive und ihrem Mann Christian Jacques. Kurzerhand gründeten diese zusammen mit einem weiteren Ehepaar, den bekannten Bodenforschern Claude und Lydia Bourguignon, 2006 die Gesellschaft CLAC, die den beiden Winzern zur Seite sprang. Da das Weingut jedoch auch dadurch nicht in ruhigeres Fahrwasser gelangte, übernahm Anne-Claude Leflaive 2008 das Weingut komplett, und sie und Claude Pichard erzeugten noch zwei gemeinsame Jahrgänge, bevor Claude und Nelly Pichard die Loire verließen. Sie hatten auf diesem besonderen Terroir mit Lehm, Feuerstein und Tuffstein sowie Rebstöcken mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren, darunter einige hundertjährige, einige großartige Weine erzeugt. Acht Hektar Cabernet Franc, Grolleau und Cabernet Sauvignon umfasste das Weingut damals.
Auf einen Blick
- Konsequent biodynamisch bewirtschaftet
- Gegründet von Leflaive und Jacques
- Grolleau, Cabernet und Chenin auf Tuffeau
- Außergewöhnliches Alterungspotenzial
Team, Terroir und Tuffeau
Seit 2010 verbrachte Anne-Claude Leflaive mehr Zeit in diesem Weingut als im Burgund und arbeitete zusammen mit Sylvain Potin als Manager. 2012 pflanzten sie die ersten 1,5 Hektar Chenin blanc. 2017 kamen 0,5 zusätzliche Hektar Grolleau und 2018 1,5 weitere Hektar Chenin blanc hinzu. Das geschah jedoch bereits ohne Anne-Claude, die im Jahr 2015 verstarb. Doch das Team, bestehend aus Christian Jacques und Sylvain Potin, erweitert um Christians und Anne-Claudes Tochter Claire, haben aus dem Weingut eines der spannendsten im gesamten Anjou werden lassen. Ihr Grolleau, diese so würzige und bodenständige Sorte des Anjou, kennt kaum Konkurrenz, ihr Cabernet ist von beeindruckender Struktur und der Chenin blanc absolut klar und brillant. Besonders bemerkenswert ist das Alterungspotential der Weine. Die Originalfüllungen von Claude und Nelly Pichard aus dem Jahr 2003 zeigen sich bis heute in voller Pracht. Das dürfte unter anderem am Terroir in Verbindung mit der konsequent biodynamisch geführten Arbeit im Weinberg liegen. Die Parzellen befinden sich auf einer Höhe von rund 100 Metern. Einer der Weinberge umfasst zwölf Hektar. Er liegt zwischen Wäldern und Feldern, was für eine gute biologische Aktivität in den Böden sorgt. Im Süden besteht der Boden aus Schwemmsand mit Quarz. In der Tiefe ist der Boden sandig und lehmig. Im Unterboden bis zu einer Tiefe von etwa 40 Metern zeigt sich der typische Loire-Tuff. Dieser Tuffeau ist ein feinkörniger Kalkstein, aus dem auch die historischen Gebäude und die vielen Schlösser an der Loire entstanden sind.

Das heutige Sortiment
Bei Clau de Nell entsteht heute reinsortiger Chenin blanc, Grolleau und Cabernet Franc sowie die Cuvée Violette aus 2/3 Cabernet Franc und 1/3 Cabernet Sauvignon. Die Weine werden in gebrauchten burgundischen Pièces von 228 Litern ausgebaut.
CHRISTOPH RAFFELT
Besonders bemerkenswert ist das Alterungspotential der Weine.
Oktober 2019

Sortiment ·
Die Weine von Clau de Nell
Der Index zur Trockenheit, bzw. zur Süße des Weines berücksichtigt die gesamte Struktur des Weines und kombiniert dabei Restzucker, Säuregehalt und Alkoholgehalt. Es geht hierbei nicht um Laboranalysen, sondern um das subjektive Empfinden von Süße auf dem Gaumen. Die Daten stammen von den Weingütern selbst und werden bei unseren Verkostungen geprüft.
Trocken
Rein technisch gesehen nicht völlig trocken aber keine Süße auf dem Gaumen, eventuell etwas runderer Abgang
Mittlere Süße, insbesondere bei jungen Weinen. Teilweise reduziert sich die Süße mit dem Reifeprozess
Süßlicher Wein
Hohe Süße wie bei einem Vendages Tardive, jedoch ohne die durch die Edelfäule* verursachte Reichhaltigkeit
Die Vendages Tradives (Elsässer Spätlese), unterliegen strenger staatlicher Kontrolle. Bei den überreif geernteten Trauben muss das alkoholische Potential mindestens 15,3% betragen (118 Oechsle). Ein Zuckerzusatz (Chaptalisation) ist nicht erlaubt.
Zum Charakter der Grand Cru Rebsorten kommt hier der Zuckergehalt und die Konzentration durch die Edelfäule.
Bei der Sülection de Grains Nobles (Elsässer Trockenbeerenauslese), werden ausschließlich von Edelfäule befallene Trauben verwendet.
Das alkoholischen Potential muss mindestens 18,20% (134,8 Oechsle) betragen. Im Vergleich zu den Vendages Tardives sind die Weine noch wuchtiger und konzentrierter. Diese Meisterwerke der Winzerkunst bieten ein lang anhaltendes Geschmackserlebniss.
* Edelfäule (Botrytris cinerea) auch als Grauschimmel oder Edelfäulpilz bezeichnet ist ein Pilz der reife Weintrauben bei feuchtem und gleichzeitig warmen Herbstwetter befallen kann. Der Schimmelpilz perforiert die Schalen der Trauben und fördert damit die Verdunstung was zu einer Konzentration der Aromen des Weines führt. Außerdem verbraucht er wesentlich mehr Säure als Zucker und fördert dadurch die Süße des Mostes (bis zu 45% Zuckergehalt).
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