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Jahrgang
Volumen in ml
2022  /  1500 ml

Farbe:

Leuchtendes Strohgelb mit klaren, brillanten, grünen Reflexen

 

Nase:

Ein stiller Auftakt, tief, fein und kontemplativ. Der Duft entfaltet sich langsam, fast wie in Schichten. Zunächst die reinen, hellen Zitrusnoten – Grapefruit, Pampelmuse, Mandarine – in ihrer klaren, kühlen Form, nicht süß, sondern präzise und elegant. Danach öffnen sich Noten von weißem Pfirsich und Weinbergspfirsich, saftig, aber immer mit diesem kühlen Kern. Frisch geschnittene Nashi-Birne, zarte Cantaloupe-Melone – alles bleibt von einer luftigen Transparenz getragen. Hinter der Frucht ein vielschichtiges, kräuterwürziges Geflecht: Zitronengras, Minze, Kerbel, Melisse, Zitronenthymian, Koriander – es duftet, als streife man frühmorgens durch einen feuchten, kühlen Kräutergarten. Mit zunehmender Luft kommen Anklänge von Fenchelsaat und Anis hinzu, feine ätherische Noten, die eine subtile Spannung erzeugen. Eine sanfte Hefenote legt sich wie ein feiner Schleier über alles – kaum aromatisch, eher textural. Sie gibt Ruhe, verleiht Tiefe, schmiegt die einzelnen Elemente ineinander, schafft Balance und Kontinuität. Das Bukett wirkt dabei wie eine Meditation über Zeit, Geduld und Stille: nichts Lautes, nichts Überdrehtes, sondern pure, gelassene Präzision – ein Duft, der eher schwebt als spricht.

 

Gaumen:

Am Gaumen zeigt sich der „Zeitspiel 3“ als Wein von beeindruckender Energie und innerer Spannung. Schon der erste Schluck wirkt wie ein stiller elektrischer Impuls – vibrierend, klar, straff. Die Säure ist präsent, fein gestrafft, glockenklar, sie zieht den Wein in die Länge und hält ihn in perfekter Balance. Kein Gramm Schärfe, keine Härte – nur diese belebende, präzise Frische, die alles trägt. Die Struktur ist dicht, fast kompakt, geprägt von feinen, phenolischen Partikeln, die für Griff und Rhythmus sorgen. Der Wein packt zu, aber er beißt nicht. Er spannt ein Netz zwischen Mineralität, Hefe und Kräutern, das den Gaumen auskleidet, ohne zu beschweren.

Im Verlauf öffnet sich eine zweite Ebene: der Schmelz, der aus der langen Hefelagerung stammt – ein leiser, cremiger Puls, der Wärme und Textur bringt, ohne den Zug zu verlieren. Die Frucht spielt sich hier bewusst zurück, sie bleibt subtil, eher atmosphärisch als aromatisch. Nur ein leises Echo von Birne, Grapefruit, Bergamotte und Limettenabrieb zeigt sich, als Erinnerung an die Nase. Viel stärker wirkt der Wein über sein Mundgefühl: über Spannung, über Energie, über diesen fast vibrierenden Nachhall. Er animiert, er speichelt, er fordert den nächsten Schluck – und gleichzeitig beruhigt er, weil alles so perfekt im Gleichgewicht steht.

Mit zunehmender Luft gewinnt er an Tiefe: die Hefenote wird etwas nussiger, fast wie frische Brotkruste, die Kräuteraromatik verdichtet sich – Minze, Fenchel, Zitronenverbene, wieder dieser feine Anis. Der Abgang ist lang, salzig, meditativ. Der Wein bleibt minutenlang präsent, schwingt nach, nicht über Frucht, sondern über Struktur, über Energie. Ein Wein, der in sich ruht und zugleich vibriert – wie ein Zen-Moment in flüssiger Form.

Verkostet im November 2025

Author Marian Henß
Kurzvita Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Gebratener Blumenkohl mit Zitronenmelisse, Haselnussbutter und Kapernvinaigrette

Gegrillter grüner Spargel mit Kräuteremulsion aus Estragon, Petersilie und Koriander, dazu Quinoa-Crunch

Lauwarmer Salat von Fenchel, Grapefruit und Minze mit Sesamöl und Limettenabrieb

Author Marian Henß
Kurzvita Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Tement

Schon als 16-Jähriger musste Manfred Tement das elterliche Weingut übernehmen, weil sein Vater 1976 überraschend starb. Als Jungspund galt der Steirer bereits in den 80er Jahren als großes Winzertalent. «Nicht stehen bleiben, immer besser werden» war sein Motto. Mit den Jahren wuchs der Betrieb von zwei auf heute rund 80 Hektar, inklusive der 20 Hektar, die 2004 auf slowenischer Seite der Lage Ciringa (Zieregg) erworben wurden. Damit tanzt man heute auf zwei Zieregg-Hochzeiten. Der älteste Sohn Armin ist bereits seit 2005 mit in der Verantwortung, seit einigen Jahren vervollständigt auch der Zweitgeborene Stefan das Tement-Trio. Gemeinsam wurde die Entscheidung getroffen, auf Bio-Weinbau umzustellen. Schon immer ist man mutige Schritte gegangen, und in der feuchten Steiermark ist es schon eine Herausforderung, einen solch großen Betrieb komplett auf Bio umzustellen.

Weitere Weine des Weinguts