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Jahrgang
Volumen in ml
2023  /  750 ml

Farbe:

Ein schimmerndes Grüngelb mit hellen, klar gründlich schimmernden Reflexen.

 

Nase:

In der Nase erhebt sich der Wein wie ein Statement, ein klares Bekenntnis zu einer der geschichtsträchtigsten und ehrfurchtgebietendsten Lagen Deutschlands. Dieses GG ist ein Monument, aber keines, das laut auftritt: Es zeigt Größe über Präzision, Tiefe über Lautstärke, Balance über Effekt. Schon der erste Eindruck ist geprägt von reinstem Stein — ein Ausdruck von Ursprünglichkeit und Ort, der sich nicht anbiedert, sondern souverän und gelassen wirkt, in sich ruhend, wie ein Felsmassiv, das seit Jahrhunderten die Landschaft strukturiert.

In dieses steinige Fundament ist eine saftige, gleitende, fast schmelzende Frucht eingewoben: Mirabelle, Weinbergpfirsich, frisch geschnittene Conference-Birne. Nichts davon wirkt süßlich oder opulent; es ist vielmehr eine Frucht, die unmittelbar im Begriff steht, im Mund zu zerfließen, sich zu verflüssigen und ihren hohen Trinkfluss preiszugeben. Diese Frucht ist nicht plakativ, sondern präzise, elegant und funktional für die Gleichgewichtsarchitektur des Weins.

Über allem liegt eine kaum greifbare, fast schwebende Note von kaltem Rauch — so fein und zurückhaltend, dass sie sich eher atmosphärisch bemerkbar macht als aromatisch. Ein Hauch von Struktur, der Tiefe signalisiert, ohne zu dominieren. Im Hintergrund spannt sich dann ein subtiler Kräuterton auf: Minze, Kerbel, Zitronenmelisse. Leicht, kühl, ätherisch — ein Hinweis darauf, dass dieser Wein nicht nur auf Körper, sondern auch auf Klarheit und Frische baut.

 

Gaumen:

Am Gaumen setzt der Schlossberg 2023 zu einem Erlebnis an, das sowohl rassig als auch vollkommen in sich ruhend wirkt. Die Energie, die dieser Wein ausstrahlt, kommt nicht aus Härte oder Lautstärke, sondern aus einer beeindruckenden inneren Spannung. Er wirkt wie ein Organismus, der sich selbst trägt: vital, vibrierend, feingliedrig und doch souverän.

Die Balance, die bereits in der Nase fühlbar ist, führt sich im Mund fort – nicht als Wiederholung, sondern als Steigerung. Es entsteht der Eindruck eines Rieslings in Reinform, einer Essenz dessen, wofür die Rebsorte in ihrer besten, präzisesten Ausprägung steht: Klarheit, Struktur, Zug, innere Kraft. Der Wein ist leise im Charakter, fast bescheiden, aber zugleich durchdrungen von einem enormen Anspruch und einer beeindruckenden zupackenden Kraft. Er ist subtil und zurückhaltend – und gerade dadurch souverän und tief bewegend.

Was ihn besonders auszeichnet, ist sein Verhältnis zur Zeit. Jung schon faszinierend zugänglich, vibrierend, frisch, voller innerer Vitalität. Doch zugleich spürt man eine enorme Perspektive: Dieser Wein kann verweilen, Minuten, Stunden, Monate, Jahre — ohne sich zu erschöpfen und ohne an Relevanz zu verlieren. Er trägt eine Ruhe in sich, die von Selbstvertrauen zeugt, und eine Spannung, die Zukunft verspricht. Ein Stück Geschichte im Glas, weil es der erste Jahrgang ist, in dem Kühn diese große Lage als GG ausbaut, und weil sich die Handschrift des Weinguts so klar mit der Charakteristik der Lage verbindet, dass daraus etwas Neues, Eigenständiges entsteht.

Verkostet im Dezember 2025

Author Marian Henß
Kurzvita Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Bresse-Poularde mit Morcheln, Vin Jaune und frischem Kerbel

Gebratener Steinbutt mit leicht geräucherter Beurre Blanc, Mirabelle und Zitronenmelisse

Kalbsbries mit Birnenconfit, Minze und heller Jus

Author Marian Henß
Kurzvita Marian Henß:

Marian Henß hat viele Jahre in der Sternegastronomie in leitender Funktion und verschiedene Konzepte begleitet. Im Rahmen seiner internationalen Tätigkeiten konnte er seinen Erfahrungsschatz breit aufstellen. Unterschiedliche weitere Engagements rund um das Thema runden sein Profil ab. Heute arbeitet er als selbständig als Sommelier sowie in der Beratung von Privat- und Firmenkunden.

Peter Jakob Kühn

Das Weingut Peter Jakob Kühn gehört für uns zur unumstrittenen Spitze im Rheingau. Peter Jakob und Sohn Peter Bernhard entwickeln sich mehr und mehr zum Dreamteam. Es gab Zeiten, da schien das Weingut seinen Weg zu suchen und pendelte etwas in der Stilistik. Mittlerweile ist der Weg so klar wie stimmig. Es gibt wenige Weingüter, die in allen Bereichen Spitze sind, sei es die Basis, oder die trockenen Lagenweine, oder die edelsüßen Spitzen. Sie sind getragen von einer Dichte und Eigenständigkeit, aber nie zu fett, immer durchdringend und präsent. Peter Bernhard hat sich seine biodynamischen Sporen bei Olivier Humbrecht und im Burgund verdient. Das spürt man: Die Spitzenrieslinge erinnern manchmal an die besten Weißweine des Burgunds. Der Weg an die Spitze ging auch über die Biodynamie. Das ist mittlerweile eine Herzensangelegenheit der Kühns, und vielen gelten sie als Vorreiter. Unser besonderer Tipp ist das GG aus der Jungfer, von der es immer nur ein Halbstück gibt.

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