Farbe:
Leuchtendes, klar strukturiertes Goldgelb mit zarten Reflexen. Die Farbe vermittelt bereits die Reife des Jahrgangs und wirkt dabei brillant, tief und von beeindruckender Strahlkraft.
Nase:
Der Riesling präsentiert sich mit einer faszinierenden, tiefgründigen Aromatik, die sich längst von der Primärfrucht gelöst hat und heute vor allem von sekundären und bereits dezent tertiären Aromen lebt. Kaki, gelbe Pflaume und ein Hauch gelber Bete treffen auf Mairübchen, Kurkuma und weißen Pfeffer. Frische Kräuter wie Kerbel, Zitronenmelisse und Melisse verleihen dem Wein trotz seiner Reife eine kühle, elegante Frische. Dahinter offenbart sich eine enorme Mineralität mit Schieferglimmer, nassem Gestein und kaltem Rauch, die dem Wein eine beeindruckende Ruhe und Tiefe verleiht. Alles wirkt in sich ruhend, vollkommen ausbalanciert und voller stiller Energie. Eine feine oxidative Reife unterstreicht den Charakter, ohne Frische einzubüßen. Ergänzt wird das komplexe Duftbild von frischen und leicht gerösteten Nüssen, hellen Tabakblättern und den bereits erwähnten würzigen Anklängen von Kreuzkümmel. Die Aromatik wirkt erwachsen, seriös und außergewöhnlich vielschichtig – ein Wein, der seine Reife mit großer Gelassenheit und Eleganz präsentiert.
Gaumen:
Am Gaumen zeigt sich der Steiner Hund 2019 griffig, saftig und von beeindruckender Struktur. Die Mineralität steht klar im Mittelpunkt und verleiht dem Wein einen langen Spannungsbogen, der weniger von der Säure als vielmehr von seiner steinigen Präzision und seiner fein verwobenen Phenolik getragen wird. Der Wein vermittelt Ruhe und Souveränität – kein lauter Charakter, sondern vielmehr ein Gentleman, der mit Understatement überzeugt. Gelbfruchtige Nuancen, feine Kräuterwürze, Nussigkeit und helle Tabaknoten spiegeln die Nase nahezu perfekt wider und begleiten den Wein bis in den außergewöhnlich langen Nachhall. Dort dominieren erneut kalter Rauch, nasser Stein und eine filigrane, fast kühle Mineralität, die dem Riesling enorme Persistenz und beeindruckende Eleganz verleihen. Ein großer, gereifter Riesling, der seine Herkunft und seinen Jahrgang mit bemerkenswerter Klarheit und Gelassenheit zum Ausdruck bringt.
Verkostet im Juli 2026
Gebratener Steinbutt mit gerösteter Petersilienwurzel, schwarzem Knoblauch und Sauce aus geräuchertem Fischfond.
Sanft confiertes Kalbsbries mit Sellerie, brauner Butter, Haselnuss und einer reduzierten Kalbsjus mit weißem Pfeffer.
In Heu gegarter Kaisergranat mit geröstetem Blumenkohl, Miso-Beurre-blanc, eingelegter Salzzitrone und einer feinen Jus aus Krustentieren.


Nikolaihof
Der Nikolaihof blickt auf eine fast 2000-jährige Geschichte zurück und ist damit das älteste Weingut Österreichs. Aber nicht nur die Geschichte und die wundervolle Wachau selbst sind für die besondere Stimmung auf dem Nikolaihof verantwortlich, sondern vor allem die Familie Saahs, die den Hof seit 1894 bewirtschaftet. Als Gründungsmitglied des Demeter Bundes Österreich, arbeitet die Familie Saahs seit Jahrzehnten biodynamisch. Die Weinberge strotzen geradezu vor Leben. So entstehen Federspiele mit Spannung und Rückgrat, gepaart mit Finesse und Struktur. Die Smaragd-Weine vom Nikolaihof erfreuen sich selbst nach Jahrzehnten der Reife und Lagerung noch einer unfassbaren Vitalität: Veltliner und Rieslinge mit Eleganz und mineralischer Tiefe. Teils werden besondere Weine bis zu 20 Jahre im großen Fass auf der Hefe gelagert, bis sie gefüllt werden.





























































